Das erste Gesetz der Chasmologie

Ein Gähnen entsteht, wenn der Gähner etwas nicht tun darf, was er lieber tun würde oder wenn der Gähner etwas tun muss, was er lieber nicht tun würde

Warum gähnen wir? Wenn die Wissenschaft sich darüber bloss einig werden könnte … Gähnen ist ein weit verbreitetes Verhalten – nicht nur bei Menschen, sondern auch bei anderen Säugetieren. Auch Reptilien und sogar Fische gähnen! Das Gähnen ist uralt, schon lange bevor wir zur Welt kommen, gähnen wir. Zwei radikale Thesen werden von W. Seuntjes im «Ersten Gesetz der Chasmologie» vertreten.

Ein Gähnen entsteht wenn …

  1. der Gähner etwas nicht tun darf, was er lieber tun würde
  2. der Gähner etwas tun muss, was er lieber nicht tun würde

Walusinksi (2010, S. 55) / Übersetzung: SW

Über das Gähnen ist bisher erstaunlich wenig geforscht worden, die Resultate sind widersprüchlich, die Wissenschaftler kommen zu keinem Schluss, was das Gähnen soll. Es gibt verschiedene Arten des Gähnes, verschiedene Qualitäten, die wir erleben können. Denn jeder von uns gähnt mehrmals täglich auf seine Art und Weise. Wir gähnen aus Langeweile, Hunger oder Müdigkeit. Wir kühlen damit unser Gehirn und regulieren unseren Stoffwechsel. Wer gar nie gähnt, bemerkt es entweder nicht oder es besteht ein pathologischer Grund für die Gähn-Absenz.

Gähnen ist nicht nur individuell und persönlich, sondern auch gesellschaftlich wichtig, denn es ist ansteckend. Wir haben gelernt, aus Anstand das Gähnen zu verstecken und wissen, „was sich gehört“ in der Öffentlichkeit. Die wahren gesellschaftlichen Funktionen des Gähnens für die Gemeinschaftsbildung, Hierarchiedemonstration oder bezüglich Empathiefähigkeitsneigung erschliessen sich uns immer weiter.

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